QSNA Deutschland – die Finalideen

22 Dezember, 2017
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Über 300 Einreichungen gab es im ersten Jahr des Queen Silvia Nursing Award Deutschland. Sechs Teilnehmer schafften es ins Finale. Hier sind ihre Ideen.

 

Tierische Nähe!

QSNA-Finalistin Nina Summe ist stolze Besitzerin eines Hundes – Buddy. Mit Buddy hat sie schon vielen älteren Menschen Nähe und Wärme gebracht. Jetzt bewarb sie sich mit ihrer Idee einer Internetplattform, die Ehrenamtliche, die ein zugewandtes Tier besitzen, und Pflegeeinrichtungen zusammenbringt.

So sollen schnell und unkompliziert Mensch und Tier zusammenfinden, denn so ein tierischer Besuch kann ganz viel geben, auch wenn es sich nicht um ein Therapietier handelt. Wir sagen: Wau! Das ist klasse!

Über Generationsgrenzen gehen

Andrej Wagner gelang mit seiner Idee der Patenschaft der Einzug ins QSNA-Finale. Kern seiner Idee: Pflegebedürftige ältere Menschen und solche, die mitten im Leben stehen und ihre Zeit gerne teilen, sollen sich finden und gegenseitig voneinander profitieren. Durch den Austausch über Generationsgrenzen hinweg, aber eben auch dadurch, sich gegenseitig Freude zu schenken.

Andrej ist so überzeugt von seinem Pflegeberuf, dass er für ihn sogar sein Studium schmiss. Wir freuen uns über das aus tiefster Überzeugung kommende Engagement und den tollen Vorschlag.

Von Bewohnern für Bewohner

Das Gefühl, gebraucht zu werden, kann Menschen Halt und Selbstvertrauen geben. Das erkannte auch Vanessa. Ihre Idee: Mit ein bisschen Starthilfe starten Bewohner in Pflegeeinrichtungen ihren eigenen Laden, in dem selbst gemachte, aber auch eingekaufte Produkte zum Verkauf angeboten werden.

Die unterschiedlichen Kompetenzen der Bewohner können in die Herausforderungen einfließen, die ein solcher Laden stellt. Vanessa zog mit ihr ins Finale ein, wo sie begeisternd präsentierte. Wir wollten gleich losshoppen!

Umlagern im Schlaf

Bettlägerige Pflegebedürftige müssen regelmäßig umgelagert werden, auch in der Nacht. Bisher geht dies leider nicht wirklich, ohne den Schlafenden zu wecken, denn es besteht die Gefahr des Wundliegens.

Kristian hat eine Matratze entworfen, die durch eine geräuschfreie Hydraulik und viele bewegliche kleine Würfel das Lagern im Schlaf übernimmt und durch die Flexibilität der Würfel ein Wundliegen vermeidet. So kann durchgeschlafen werden und gleichzeitig wird auch noch das Pflegepersonal entlastet. Wir horchen gleich mal an der Matratze.

Wenn jede Sekunde zählt

Die meisten Notrufsysteme in Pflegeeinrichtungen arbeiten mit zwei Farben: eine zeigt die Anwesenheit und die andere einen Notfall an. Wird dieser ausgelöst, ist nicht erkennbar, welche Art von Hilfe die Kollegin benötigt. Es kann vorkommen, dass Fachpersonal, das zu Hilfe kommt, noch einen Notfallkoffer holen muss.

Ins Finale schaffte Berit es mit ihrer Idee eines Notrufsystems, das es durch die Ergänzung um eine weitere Farbe ermöglicht, anzuzeigen, ob es sich um eine lebensbedrohliche Situation handelt. Auch kann dieses Signal – ähnlich wie bei der Brandmeldeanlage – gleich mit der Notruf-Leitzentrale verbunden werden und so wertvolle Zeit sparen. Unsere Farbe für diese Idee? Grüüüüün!

Wohlfühlen mit vertrauten Stimmen

Anna möchte älteren Menschen Geborgenheit und einen guten Schlaf schenken. Gerade Menschen mit einer dementiellen Veränderung haben oft eine starke Verbindung zu lange Vertrautem. So ist bewiesen, dass bekannte Stimmen von Angehörigen beruhigend wirken. Von Alleinstehenden wird die Stille in der Wohnung oft als sehr bedrückend empfunden und mit dem Fernseher gefüllt.

Annas Idee: Angehörige erstellen Tonbandaufnahmen und erzählen gemeinsam Erlebtes oder lesen Geschichten vor. Diese Aufnahmen können immer dann abgespielt werden, wenn es zu ruhig wird. Diese personalisierten Hörbücher sollen natürlich nur ergänzend zum persönlichen Kontakt sein. Aber oft sind die Kinder weit weg oder die Nacht wird sehr lang. Ob Erlebtes oder Roman – wir sind ganz Ohr, Anna!

Am 23. Dezember werden wir – passend zum Geburtstag von Königin Silvia von Schweden – den Gewinner des Awards bekanntgegeben. Dieser erhält 6.000 Euro, ein individuelles Praktikum und er wird von der schwedischen Königin im Rahmen einer Preisverleihung in Stockholm gemeinsam mit allen Gewinnern aus den verschiedenen Teilnahmeländern ausgezeichnet.

Im nächsten Jahr erhalten dann alle Pflegeschüler eine neue Chance, sich mit ihren Ideen für die Zukunft der Pflege zu behaupten.

 

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