5 Fragen

Rosanna

Rosanna ist eine ausgebildete Pflegefachkraft der Ersta Sköndal Universität in Stockholm, Schweden. Seit 2010 arbeitet sie in der Psychiatrie St. Görans. Wir haben eine junge und begeisterte Krankenschwester kennengelernt, die gerne reisen und in Zukunft in der Entwicklung der Pflege und der Struktur dahinter arbeiten möchte. Wir haben ihr einige Fragen gestellt, warum sie sich für den Beruf der Krankenschwester entschieden hat und wo sie die zukünftigen Herausforderungen sieht:

1) Erzähle uns ein wenig über dich: Ausbildung, Jobs, wichtige Fragen, die dir am Herzen liegen, usw.
Ich arbeite seit drei Jahren als Krankenschwester an der Nord-Stockholm-Psychiatrie am St. Görans Krankenhaus. Die Abteilung, für die ich arbeite, ist eine Krankenpflegeschule (KUA), die jährlich ca. 50 Krankenpflegeschüler aufnimmt und etwa 16 Pfleger in der psychiatrischen Abteilung zusammen mit Sozialarbeitern und Medizinstudenten beschäftigt. Jedes Jahr betreue ich etwa vier bis acht Pflegekräfte, die sich in der Ausbildung befinden.

Neben der Kontaktaufnahme und Betreuung von Patienten arbeite ich an der Verbesserung und Weiterentwicklung der psychiatrischen, stationären und ambulanten Versorgung. Ich habe einen starken Willen und glaube, dass die Gesundheitsversorgung verbessert werden kann.

Jeder, in allen Altersklassen, ist von den Entwicklungen in der Pflege betroffen. Daher ist es wichtig, eine Pflege zu entwickeln, die sich auf die Bedürfnisse der Bevölkerung, die steigende Lebenserwartung und den medizinischen Fortschritt konzentriert, während sich die gesellschaftliche Forderung nach guter Pflege ständig ändert. Ich glaube an kleine, subtile Veränderungen der Arbeitsabläufe und Behandlungen, die zusammen zu großen Verbesserungen und Fortschritten führen können.

Um eine ordnungsgemäße und sichere Versorgung zu erreichen, müssen wir alle Ideen nutzen, die zu Veränderungen und maßgeschneiderten Lösungen führen, die den Bedürfnissen der einzelnen Patienten entsprechen.

2) Warum bist du Pflegefachkraft geworden?
Ich wollte einen aktiven Job, der mich geistig und körperlich fordert. Ich wollte einen Beruf, der mich überraschen, beanspruchen und täglich neue Dinge lehren kann, die mit der menschlichen Biologie verbunden sind. Zuerst dachte ich daran, eine Ärztin zu werden, aber ich wollte klein anfangen, also dachte ich, ich fange mal als Krankenschwester an. So habe ich mit der Krankenpflegeausbildung begonnen und angefangen zu arbeiten. Ich wurde dann fest angestellt und liebe seitdem meine Arbeit.

3) Was ist deiner Meinung nach für die Zukunft die größte Herausforderung in der Pflege?
Ich denke, dass die größte Herausforderung der Zukunft darin besteht, wie wir mit den alternden Gesellschaften in der westlichen Welt umgehen. Paradoxerweise kann man sagen, dass die positiven Faktoren, die zu einer verbesserten Versorgung geführt haben, auch den Bedarf an Pflege in Schweden erhöht hat. Eine bessere Gesundheitsfürsorge, zum Beispiel bei Diagnosen wie Alzheimer, Schlaganfall und Herzinfarkten, führt zwar zu einer längeren Lebensdauer, erhöht aber auch das Risiko, länger mit Demenz zu leben. Die Anzahl derjenigen, die seit 85 Jahren leben, wird bis 2020 um 80 Prozent höher sein, so dass die Fallzahlen altersbedingter Demenz steigen werden. Dies bedeutet, dass die heutigen Arbeitsmethoden und Systeme in der Altenpflege nicht in der Lage sind, die gesundheitlichen Bedürfnisse der Zukunft zu erfüllen. Diejenigen, die mit Demenz leben, müssen besondere Pflege und Behandlung erfahren, die mehr Personal im Vergleich zu anderen Patienten erfordert. Die Kosten für die Altenpflege steigen daher. Gleichzeitig wird vorausgesagt, dass die Zahl der Fachkräfte im Gesundheitswesen sinken wird. Steigende Kosten und abnehmende Ressourcen sind eine Tatsache, deshalb ist es wichtig, dass wir die organisatorische Verschwendung von Ressourcen in der Altenpflege überprüfen, um eine bessere Koordination und Effizienz zu erreichen.

4) Wie sollten wir deiner Meinung nach fortfahren, um den Status der Pflegeausbildung und des Pflegeberufs zu verbessern?
Eine Verbesserung der Verdienstmöglichkeiten für Pflegekräfte würde meiner Meinung nach mehr Menschen in den Beruf bringen. Die derzeitige Vergütung für Pflegekräfte wiegt die Aufgaben, die sie haben, nicht auf. Ein höherer Status erfordert auch, dass Krankenschwestern die notwendigen Fähigkeiten haben, um eine ordnungsgemäße und sichere Patientenversorgung zu bieten. Individuelle Gehälter, die auf Erfahrung und Fertigkeiten basieren, sind meiner Meinung nach wichtig.

5) Letzte Frage: Denkst du, dass wir die perfekte Gewinnerin bzw. den perfekten Gewinner innerhalb der Gruppe der Auszubildenden in der Pflege finden werden?
Ich denke, dass es schwer sein wird, von der Anzahl an Vorschlägen auszuwählen, die von all den jungen und enthusiastischen Pflegeschülern kommen. Also die Antwort lautet ja – ich denke, ihr werdet viele wunderbare Vorschläge erhalten und die perfekte Gewinnerin oder den perfekten Gewinner finden!

Comments are closed.